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8 Jahre Krieg, Bilanz: Kill Ratio 1:2
Achtung: Dies sind unabhängige Gedanken eines Privatmanns und KEIN Standpunkt der Piratenpartei. Die Piratenpartei ist derzeit im Bereich der Außenpolitik nicht positioniert.
“Vor 8 Jahren sind in Anschlägen in New York 3.000 unschuldige Menschen ums Leben gekommen.” So fängt heute jede Meldung an. Was aber im Hinterkopf rumschwirrt und nicht dazu gesagt wird, ist: Und in dem seitdem schon 8 Jahre andauernden “Krieg gegen den Terror” in Afghanistan und Irak sind weitere 120.000 getötet worden, davon über 100.000 ebenso unschuldige Zivilisten. Viele denken es, kaum einer wagt es auszusprechen. Um 3.000 zu rächen mussten 120.000 weitere Sterben, davon über 6.000 unter den “Rächern” und die Welt ist kein Stück sicherer geworden, ganz im Gegenteil.
Die Frage muss gestattet sein: War es das wert?
Die Angaben über Opferzahlen der beiden Kriege im Afghanistan und Irak sind ungenau, teilweise widersprüchlich. Die Militärs sind nicht gerade auskunftsfreudig, wenn es um Opfer-Zahlen gibt, vor allem um zivile.
Für den Afghanistankrieg liegen keine verlässlichen Zahlen für die getöteten Zivilisten vor. Die Zahlen variieren von 1.000 bis 3.600 je nach Studie und Quelle. Aber alleine die Tatsache, dass in einem einzigen Angriff auf Tanklaster über 50 Zivilisten umgekommen sind, lässt die Zahl eher als grobe Untertreibung aussehen. Für die Zahl der Todesopfer unter Talibankämpfern gibt es gar keine Zahlen. Bei den Soldaten der Koalition sind ca. 1.350 Todesopfer zu beklagen.
In Vietnam fand der Begriff “Kill Ratio” starke Verwendung. Das ist das Verhältnis der Todesopfer unter eigenen Soldaten zu den getöteten Soldaten des Gegners. So pervers es klingen mag: Kill Ratio wird seit dem in Militärkreisen als Maß des Erfolges von Einheiten, Armeen oder Kriegen angesehen. So betrug Kill Ratio im Vietnamkrieg 1:20. Bezeichnend ist der Kommentar eines amerikanischen Professors für Geschichte:
Our strategists said 1:4 would win; the end result was 1:20, and we still lost!
Wikipedia gibt für Irak ca. 100.000 zivile Opfer, 5.000 getötete Soldaten und Sicherheitskräfte der Koalition und ca. 9.150 getötete Irakische Soldaten an. Das ergibt ein miserables Kill Ratio von nicht einmal 1:2. Und das trotz modernster Technik und Präzisionsbomben. Nur wenn man zynisch genug ist um die zivilen Opfer mit in den Body Count aufzunehmen, was sicherlich auch in Vietnam geschah, entsteht ein Kill Ratio von 1:22, aber ist das wirklich ein Erfolg?
An welchem Tag im Jahr wird es dieser 120.000 Opfer gedacht?